Stressbewältigung

Stress gelassen und kompetent bewältigen,

ein Leben im Gleichgewicht wiederfinden.

 

Viele Menschen in der heutigen Arbeitswelt erleben die Anforderungen, die an sie gestellt werden, als Überforderung. Aus dem Wunsch nach Erfolg, Anerkennung und wirtschaftlicher Sicherheit reagieren sie mit chronischer Anspannung und einer weitgehenden Fokussierung ihrer gesamten Kräfte auf den Arbeitsprozess.

Da ausgleichende Betätigungen vernachlässigt werden und Erholung und Pausen zu kurz kommen, kommt es mit der Zeit zu einem Rückgang der körperlichen und seelischen Energie und in der Folge zu psychischen und körperlichen Erkrankungen. Der ursprüngliche Wunsch, in der Arbeit erfolgreich den Anforderungen zu genügen, kann dann immer weniger erfüllt werden. Letzten Endes drohen häufig wiederkehrende Krankheitszeiten oder ein Burn out mit der völligen Unfähigkeit, dem Arbeitsprozess noch gerecht zu werden.

Nicht unterschätzt werden darf, dass bei vielen Menschen die arbeitsfreie Zeit zusätzlich zur chronischen Anspannung und zum Gefühl der Überforderung beiträgt. Moderne Rollenerwartungen, die zu einer doppelten Belastung in Arbeit und Familienleben führen, und hohe Ansprüche an eine „sinnvolle“ Urlaubs- und Freizeitgestaltung führen oftmals dazu, dass auch nach der Arbeit kein Raum für Ausruhen und Erholung entsteht.

In meinen Trainings zur Stressbewältigung soll es neben einem kurzen theoretischen Überblick über das Thema „Stress“ aus medizinischer, psychologischer und soziologischer Sicht vor allem um das praxisbezogene Erarbeiten  von Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung von Stress im Alltag gehen.

Grundlage werden die 3 Säulen der multimodalen, individuellen Stressbewältigung nach Prof. Gert Kaluza sein:

  1. 1. Die instrumentelle Stressbewältigung:
  • Wie können wir die belastenden Anteile unseres täglichen äußeren Lebens aktiv verändern, so dass wir sie entspannter bewältigen können? Habe ich schon alle Möglichkeiten bedacht, immer wiederkehrende Stressoren in ihre Schranken zu verweisen?
  1. Die mentale Stressbewältigung:
  • Wie verschärfen unsere individuellen Gedanken, Gefühle und Persönlichkeitsmerkmale das Erleben von belastenden Situationen? Können wir lernen, mit gesünderen Gedanken und Gefühlen auf Anforderungen zu reagieren? Wie gehe ich mit den Grenzen um, die mir hier meine eigene Persönlichkeitsstruktur setzt?
  1. Die regenerative Stressbewältigung:
  • Welches sind meine persönlichen Kraftquellen, die mir auch in einem ausgefüllten Alltag ein Auftanken ermöglichen? Wie können wir die oftmals verlorene Fähigkeit zu Entspannung, Erholung und Ausgleich in unserer Freizeit wiederfinden?

Dabei gibt es in der multimodalen Stressbewältigung keine für jeden gleichermaßen zutreffenden Allheilmittel im Umgang mit Stress, sondern für jeden Einzelnen jeweils unterschiedliche nächste Schritte, die möglichst genau zu seiner Persönlichkeit und seinen Möglichkeiten  passen sollten.

Die Teilnehmer/innen sollen darin unterstützt werden, aus einer möglichst umfassenden Bandbreite an möglichen Lösungsansätzen diejenigen auszuwählen, die aus ihrem subjektiven Erleben heraus am besten zu ihrer persönlichen Situation passen.

Dabei geht es nie um groß angelegte, komplexe Lösungskonzepte, sondern immer um kleine, machbare nächste Schritte.

Übergeordnetes Ziel aller Übungen ist eine vertiefte und verfeinerte Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit, die nicht schnelle Lösungen durch Selbstmanipulation erzwingt, sondern langsame Veränderung durch achtsame, liebevolle Selbstbetrachtung von innen kommend zulässt.

Als Präventivmediziner sind mir zwei zusätzliche Themenschwerpunkte besonders wichtig:

 

  1. Diagnostik:

Die Beobachtung lehrt, dass viele Menschen chronischen Druck, durch Stress bedingte Veränderungen in der Lebensgestaltung und erste psychische Einschränkungen nicht bewusst wahrnehmen. Erst wenn Depression, Burnout oder körperliche Erkrankung dies erzwingen, beginnen wir, unseren Umgang mit uns selbst in Frage zu stellen. Selbst eindeutige Krankheitszeichen, wie z.B. hoher Blutdruck, werden oftmals durch medizinische Behandlung geschönt, ohne dass der zugrunde liegende Prozess betrachtet wird. Es ist mir deshalb besonders wichtig, dass die Teilnehmer/innen die Fähigkeit erwerben, erste Stresssymptome möglichst früh zu erkennen. Mögliche Hilfsmittel können hier z.B. wissenschaftliche Fragebögen oder Messgeräte, z.B. der Herzratenvariabilität, sein. Auch sollen sie die Kompetenz erwerben, erste medizinische Befunde und Diagnosen ganzheitlich zu bewerten und chronische Anspannung und Erschöpfung dabei immer auch als mögliche Ursache mit zu betrachten. Nur so kann die Entwicklung schwerwiegender Folgeerkrankungen verhindert werden.

 

  1. Die vielfältigen gesundheitlichen Auswirkungen von Stress:

Viele neuere Forschungsarbeiten zeigen, dass sehr viel mehr körperliche Beschwerden und Erkrankungen durch Stress verursacht werden als bisher angenommen. Neben den klassischen Stresserkrankungen, wie z.B. hoher Blutdruck, gibt es zahlreiche Erkrankungen, wie z.B. das Glaukom (der grüne Star), bei denen chronische Anspannung bisher weniger als Ursache bekannt war, die aber wesentlich durch Stress mit verursacht werden.  Ein Wissen um diese Zusammenhänge macht bei vielen heute häufigen Erkrankungen einen ganzheitlichen Therapieansatz möglich.

 

Am  Ende des Trainings soll jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ausgerüstet sein mit einem kleinen, sehr persönlichen Paket an  Verhaltensänderungen, welches er oder sie mit Freude und dem Vertrauen auf Wirksamkeit im Alltag erproben kann.